KK010 Sketchnotes

KK010 SketchnotesVisuelle Notizen, so in etwa könnte man Sketchnotes übersetzen. Ob man dafür Zeichnen können muss und was man damit so alles machen kann, davon erzählt Ralf Appelt. Er arbeitet an der Universität Hamburg und ist für den Einsatz digitaler Medien an der Fakultät für Erziehungswissenschaften zuständig. Vor ein paar Jahren begann er mit dem Zeichnen vom Notizen auf iPad und Papier. Mittlerweile gibt es eine richtige Sketchnote-Community nicht nur in Hamburg, sondern auch in anderen deutschen Städten, zudem sind Sketchnoter und Graphic Recorder weltweit vernetzt.


Veröffentlicht am 13.8.2014

00:00:00 Einstieg: Was sind Sketchnotes?
Ralf Appelt (@ralfa) arbeitet an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Uni Hamburg im Medienzentrum – Aufgabengebiet u.a. Einsatz digitaler Medien zur Unterstützung von Bildungsprozessen – Im Büro: Großes Graphic Recording von Nevada Lane (@NevadaSF) – Was sind Sketchnotes?  – 1. Sketchnotes: Visuell angereicherte Notizen (meist kleines Format) – eignet sich für eigene Notizen von Podiumsdiskussionen, Vorträgen etc. -  2. Graphic Recording: Großflächige Visualisierung von Tagungen, Workshops, Prozessen (visuelle Dokumentation) – 3. Graphic Facilitation zur Interaktion mit Menschen zur Erarbeitung von Themen (visuelle Moderation) – (2. + 3. zusammen als Visual Facilitation bei Wikipedia) – 1. + 3. macht Ralf selbst – Graphic Facilitation insbes. für Veränderungsprozesse, teilweise unterstützt durch Design Thinking

00:11:01 Wieso Sketchnotes?
Wunsch, Grafitti-Künstler zu werden – Faszination für digitale Medien, Kameras etc. – Webseite mit Fotos (etwa 1998) – Digitale Fotografie, Bildbearbeitung – weg vom Zeichnen, weg vom Papier: Papierloses Büro, alles digital – Kurs bei  Benjamin Rabe (@benjaminrabe) zu “Finger Painting” (Malen am iPad) – Beginn Notizen auf dem iPad zu malen – iPad-Notizen zur republica12 (weitere bei Flickr) -Text und Bild sinnvoll kombinieren – Bsp: iPad Notiz zur rp12-Session von Connected Cities zu Interventionen durch Kunst in einem Hochhaus (siehe Grafik unten) – App: Brushes

00:17:17 Vom iPad zum Papier
War unzufrieden mit den Möglichkeiten des iPads – Papier geht schneller – Wissen der Sketchnotes auf Flipcharts übetragen – Brücke zu Graphic Recording – Bei rp12 hat Annalena Schiller (@annalena) die Konferenz als Graphic Recording dokumentiert – Bei rp13 Session zu Sketchnotes von Ralf Appelt und Annalena Schiller – Zu dritt mit Britta Ullrich (@Sabrittas) Vizthink-Meetups in Hamburg initiiert – Treffen für Leute, die sich für Visualisierung interessieren – lokales Vizthink-Meetups in Berlin - Weitere lokale Meetups in anderen Städten in Planung

00:21:05 Sketchnotes als Tool für Lernprozesse
Verbindung zum Uni-Job: Einsatz von digitalen Medien – Überlegung, wie man Sketchnotes für Lehren und Lernen einsetzen kann – Viele Möglichkeiten – Zur Vorbereitung von Unterricht für Lehrer/innen – Zum Einsatz bei Schüler/innen im Unterricht (Unterrichtsdokumentation) – Das Poster von Nevada Lane stammt von der Tagung EuViz – Jahrestagung des International Forum of Visual Practitioners – dort  Workshop zu Digital Visual Thinking am iPad - 3 Apps vorgestellt:  Paper (Notizbuchstil, feine Pinselspitzen), Adobe Ideas (kostenlos, Export als Vektordatei, Ebenen) und Procreate (Pixelbasiert, Ebenen, Fotos einfügen zum Abmalen, Export als Film) – Nun wieder vermehrt Sketchnotes am iPad – Es fehlt die perfekte App (z.B. für Einsatz am Beamer) – Holger Nils Pohl (@HolgerNilsPohl) entwickelt gerade eine App (ähnlich wie Brushes): Work Visual – Möglichkeiten von iPad Apps

00:26:55 Anleitung für Anfänger
Einstieg zu Sketchnotes – rp14 Workshop (mit Video) - Anleitung für Einsteiger/innen (Nicola Lücking @photostroller nahm daran teil) – Videotutorials? Was braucht die Zielgruppe? Eher: Inhouse Workshops – Zeichnen, Malen neu entdecken bei Präsenz-Workshops – Jeder konnte als Kind zeichnen – Entwicklung einfache Zeichnung bis hin zu Infografiken wie RSA Animate – Erstmal strukturell aufbereiten, Ästhetik kommt später – Wasserfarbkastengeschichte – Limitation als Hilfe – Subjektiver Zugang zu Sketchnotes: man bereitet Inhalte für sich selbst auf – Erinnerungshilfe – Inhalte werden anders durchdrungen

00:33:53 Ursprung und Inhalte
Ziel von Sketchnotes: Inhalte – Ursprung:  Höhlenmalerei – Geschichten mit Bildern erzählen – Diverse Begriffe für Sketchnotes: Scribe oder Visual Notes – Einer der bekanntesten Sketchnoter ist Mike Rohde (@rohdesign) mit Buch (Das Sketchnote Handbuch sowie bei Google Books)- Oder auch Eva-Lotta Lamm (@evalottchen) ebenfalls mit Buch (u.a. Sketchnotes 2012) – “Ideas not Art” (Mike Rohde) – Sketchnotes als Sprache (vgl. Hieroglyphen)

00:38:53 Transfer zu Wissenschaft/ Lehre / Vermittlung
Wahrnehmung von Kolleg/innen? – Wenig Visualisierung bei Besprechungen – (Nicht) verfügbares Material bedingt Umsetzung – Nutzung für Evaluation von Seminaren – Gezeichnete Templates zum Ausfüllen mit Punkten und Icons – Lernlandkarten für Schüler/innen (Schule) – Auch für Seminare: Persönlichen Lernweg aufmalen – Bsp. Sketchnote-Einsatz um Lerntheorien zu visualisieren – Man sieht schnell: Haben meine Lernenden das verstanden? – Begriffe sind kontextabhängig (Bsp: Missverständnis zum Begriff “Forum” zw. IT- und Bildungs-Abteilung) – Abgleich unterschiedlicher Wissensstände, schneller Überblick (Bsp: Karriereberatung an Hochschule mit visuellem Karriereweg)

Sketchnote-Übung (Kulturkapital-Podcast) von Ralf Appelt

00:48:15 Wir nehmen den Stift in die Hand
Punkt, Strich, Dach, Kreis, Rechteck, Dreieck, Fünfeck (vgl. Sunny Brown: Visuelles Alphabet) – Wie male ich ein Fahrrad? 2 Kreise, 2 Dreiecke, 2 Bögen = Fahrrad – Basis, um einfache Dinge zu visualisieren -  Buch-Tipp: UZMO – Denken mit dem Stift von den Kommunikationslotsen – machen auch Bikablo-Bücher, voll mit visuellen Vokabeln – U+Z+M+O oder ZUMO = Glühlampe (Visualisierungshilfen) – Text (kann unterschiedlich aussehen) – Überschriften verschiedener Ordnung (Fettung = doppelt oder dreifach nachziehen) – Text im Rahmen (Boxen) – Durch Rahmen nimmt Gehirn Inhalte als geschlossene Inhalte wahr – Boxen: Schilder, Sprechblasen, Blatt Papier – Killerphrase =Sprechblase mit Killerzähnen  – Infozettel = Kasten mit abgeknickter Ecke und Ausrufezeichen davor – Gestaltgesetze: Prinzip der Verbundenheit – Was verbunden ist, wird als zusammengehörig wahrgenommen – Linien (sind gut) – Linien im Dreieck, um Beziehungen zwischen 3 Punkten darzustellen – (Was lernen wir hier? Wer zeichnet, redet nicht) – Tipp: Vieles von dem Gezeichneten findet sich auch im E-Book (PDF) zu Sketchnotes von PB21 zum Nachgucken – Pfeile – Special: Der Umkehrpfeil – Das ist alles keine Kunst (keep it simple) – Figuren (Strichmännchen) – Bei Boxen: Erst Inhalt, dann die Box (sonst oft zu klein) – UWO-Figur = U als Oberkörper, W als Beine, O als Kopf

 01:08:42 Wer zeichnet, langweilt sich nicht
Metaphern – Sprichwörter zeichnen – Übung: z.B. Sketchen eines TED-Talks – Schatten = grauer Stift – Arbeitsauftrag: Ein Sketchnote einer Kulturkapital-Folge zeichnen (fakultativ) – Zum Abschluss: Ein Banner wird gezeichnet. – (Blogwerbung) – Wer zeichnet, langweilt sich nicht! – Legalize Drawing in Education! – Graphic Recording/Sketchnoting in Chicagoer Schulen (Link?/Quelle?) – Visueller Ausdruck bringt manchen Schüler/innen Vorteile – Sketchnotes im Unterricht – Edu-Sketchnote-Szene – Einsatzmöglichkeiten für Lernen/Lehren ausbauen – Beeinflusst Format (Papier/iPad) die Zeichnung? – Wo profitier ich von welchen Format – iPad = digitales Produkt, kann sofort geteilt werden – Papier = einfacher, da begrenzter, keine Barrieren – Beides ausprobieren – Die Hauptarbeit findet im Kopf statt.

Kulturkapital Banner (Tine Nowak)

Gast: Ralf Appelt (ralfa)
Gastgeberin: Tine Nowak ()
Technik: Daniel Pauls/Audiohölle
Musik: Josh Woodward (CC BY)