KK026 Museumspodcasts

kk026-museumspodcastsUlrike Kretzmer ist Museologin und Technikhistorikerin. Sie schaut sich in ihrem Exponiert-Podcast gemeinsam mit Gästen Berliner Museen an. Michael Merkel ist zusammen mit Christoph Haffner Gastgeber des Hafenradios, in diesem thematisieren sie Archäologie, Hamburger Geschichte und Museen wie das Archäologische Museum, für das Merkel als Sammlungsleiter arbeitet. Gemeinsam reden wir über Podcasts von und über Museen und hören in einige Episoden von Museums-Podcasts hinein.

Veröffentlicht am 31.10.2016

Podcast-Notizen:

00:00:00 Einstieg
Ulrike Kretzmer. Foto: Ulrike Kretzmer Michael Merkel. Foto: Michael Merkel
In der Museumspodcast-Episode podcaste ich zusammen mit Michael Merkel und Ulrike Kretzmer. Ursprünglich war diese Episode als Programmpunkt einer Museumstagung geplant, so kann man es einem Paper entnehmen, welches wir drei für diese Tagung eingereicht hatten. Doch leider hatte es nicht in den Rahmen der Veranstaltung gepasst und so nahmen wir uns vor, uns unabhängig davon zusammenzusetzen und zu diskutieren, was Podcasts Museen zu bieten haben – und umgekehrt.

Zunächst haben wir die eigenen Podcastprojekte vorgestellt. Zusätzlich hatte ich im Vorhinein bei der Podcast-Suchmaschine Fyyd eine Sammlung von Museumspodcasts erstellt, sodass wir dann noch in verschiedene Podcasts, in denen Museen ein Thema sind, hineingehört haben.

Der Kulturkapital-Podcast ist kein Museumspodcast, aber es gibt immer wieder mal Episoden mit Museumsbezug. Von Ausstellungen handelten die Episoden „Tempo, Tempo“ und „Briefe als Zeitzeugen„. Die kreative Nutzung und multimediale Aufbereitung von Museumsinhalten zum Lernen, für Bildung, aber auch zur Unterhaltung werden in „E-Learning im Museum„, in „Coding da Vinci“ sowie „Gartenkunst per App“ thematisiert. „Unterwegs im Computermuseum“ begleitete einen Museumsrundgang und bei  „Partizipartive Stadt(er)forschung“ ging es um ein Museumsprojekt der Kontaktaufnahme in die Stadtgesellschaft hinein.

Noch vor dem Start des Kulturkapital-Podcasts Anfang 2013, hatte ich lange zuvor tatsächlich mal einen richtigen Museumspodcast konzipiert. Der KOMM-PODcast startete 2008 im Rahmen der Ausstellung „Absolut privat!? Vom Tagebuch zum Weblog“. Er blieb in der Museumspädagogik des Museums für Kommunikation Frankfurt bis 2011 als mehrtägiger Ferienworkshop für Kinder ab 10 Jahren verankert. Die Kinder machten Aufnahmen im Museum, sie schnitten selbst, recherchierten ggf. lizenzfreie Musik, direkt nach dem Workshop wurde die Episoden online veröffentlicht. Das Beispiel im Podcast“ Töne im Museum“ stammt vom ersten Kinder-Workshop (in den Herbstferien 2008), im Player gibt es zudem eine Episode aus 2009:

2008 gab es kaum andere Museumspodcasts. Es fanden sich hauptsächlich Audioguides, die nun via Plattformen wie Podster oder Podspot abonniert werden konnten. Zwei Ausnahmen waren mir jedoch aufgefallen: einen Podcast vom Historischen Museum zur Pfalz Speyer (anders als im Audio vermutet thematisierte dieser eine Samurai-Ausstellung nicht eine zu Ägypten): „Museum zum Hören„. Und es gab zur „Die schönsten Franzosen“-Ausstellung in Berlin einen Podcast von Antenna Audio, welche Hörstücke zur Ausstellung produziert hatten (Met-Podcast via Archive.org – im Audio meinte ich noch, dass hier der RBB Kooperationspartner gewesen sei). Aktuell gibt es sogar mehrere Podcasts, die Museen thematisieren. „Exponiert“ ist dabei vom Profil her ein genuiner Museumspodcast zu Berliner Museen.

00:18:08 Ulrike Kretzmer: Exponiert
Ulrike Kretzmer stammt ursprünglich vom Stettiner Haff und lebt nun in Berlin. Seit ihrem Masterstudium Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik an der TU Berlin hört sie Podcasts. Da Komiliton:innen von ihr podcasteten („Kuchenradio“ und „Selbstredend“ | Archiv & Aktuell) hatte sie von Anfang an den Eindruck, dass Podcasts von ganz normalen Menschen gemacht werden. Von dort aus entdeckte sie Podcasts wie „WRINT“ und „Hoaxilla„. Schnell war die Podcatcher-App ihres Smartphones gefüllt mit abonnierten Podcasts.

Zum 5. Podcast-Workshop des Sendezentrums ging sie noch als Hörerin, allerdings mit dem Gedanken, evtl. die Gruppe der Shownoter:innen zu vestärken. Shownotes umfassen meist eine verlinkte Verschlagwortung des Audio, die im Podcast-Blog als Text hinzugefügt werden. Auch dieser Text hier ist letztlich nichts anderes als eine ausformulierte Form von solchen „Shownotes“. Beim Podcast-Workshop sollte es jedoch anders kommen. Mit ihrem Museologie-Bachelor und der Liebe zu Museen, die in der Vorstellungsrunde hörbar wurde, kamen sofort Menschen auf sie zu, sie bei einem Podcast zu unterstützen. Danach ging es ganz schnell, noch im Sommer 2015 startete sie ihren eigenen Museumspodcast: „Exponiert“. Martin Fischer vom „Staatsbürgerkunde-Podcast“ unterstützte sie nicht nur technisch, sondern war auch ihr erster Gast, mit dem sie gemeinsam ins DDR-Museum gegangen ist. Schon beim nächsten Podcast-Workshop war sie nicht nur als Podcasterin dabei, sondern hielt selbst einen der Vorträge. In ihrem Podcast besucht sie mit Gästen Berliner Museen. Dabei ist ihr die Besucher:innenperspektive wichtig, die ein gemeinsames Entdecken ermöglicht, die jede:r nachvollziehen kann.

Das Podcasten war ein Prozess des Learning by doing. Heute wüsste sie besser, was sie machen müsste um einen Podcast zu starten, schliesslich ist das Einrichten des WordPress-Blogs, des Feeds zu iTunes, das Integrieren des Subscribe-Buttons nicht ganz ohne. Daher nutzt sie für ein zweites Podcast-Projekt mit Studierenden im Rahmen ihres Jobs an der Uni die Podcast-Plattform Podigee, weil dadurch die technische Einstiegshürde stark reduziert wurde.

Die erste Episode war durchaus experimentell angelegt, da das gemeinsame gehen und reden durch Räume auch für Martin Fischer neu war. Er hatte das technische Konzept vorgeschlagen, gemeinsam mit Headsets, verkabelt am Audiorecorder (Zoom H6), durch das Museum zu gehen. Man kann sich so frei bewegen, hängt dennoch zusammen, wie Bergsteiger:innen am Sicherungsseil. Den Museumsbesuch hatten sie zuvor angekündigt und von Museumsseite stand dem nichts im Wege. Es gab noch die Pressemappe auf den Weg, abgesehen davon haben sie sich frei im Haus bewegt. Manche Museen sind sehr freundlich, wenn Ulrike sich vor dem Besuch meldet und bieten zudem Führungen o.ä. an. Ulrike ist jedoch die Perspektive der Besucher:innen, die von Aussen in das Haus hineinkommen wichtig. Was da nicht sichtbar wird, kommt im Podcast auch nicht vor, auch wenn mehr Expert:innenwissen dazu im Museum verfügbar wäre. Die Headsets führen dazu, dass es sehr konzentriert auf das Gespräch, abgeschirmt wie in einer kleinen Blase, durch das Museen geht. In der Nachbearbeitung führt diese Authentizität zu viel Aufwand im Schnitt, denn gleichsam ist es Ulrike wichtig, dass beim Hören keine Längen entstehen, bspw. bei Wegstrecken zwischen den Exponaten. Die Podcasts sind am Ende zwischen ein bis drei Stunden lang. Ulrikes Motto ist hier: Das Museum braucht so lang, wie es braucht.

Die folgende Episode im Naturkundemuseum ist stark fokussiert, weil Ulrike wusste, wie groß das Haus ist, sodass im Nachhinein nur wenig Schnitt nötig war. Der Vorbesuch zur Aufnahme ohne Gast hatte allein fünf Stunden gedauert. In die Episode kann man direkt hier reinhören:
Meist gestaltet sich der Museumsbesuch, der vorher immer angemeldet wird unkompliziert. Doch gab es auch schon Absagen, dass eine solche Audio-Aufnahme unerwünscht sei. Das ist schade, denn normalerweise sind Ulrike und ihr Gäste in ihren Rundgängen begeistert von dem, was sie sehen.

00:36:30 Audio im Museum: erwünscht oder unerwünscht?

Ulrike hatte bei einem Kunstmuseum angefragt, da der Wunschgast einer Episode sich eine bestimmte Ausstellung gewünscht hatte, hier gab es eine Absage ohne Nennung des Grunds. Ulrike kann sich die Gründe selbst schlecht erklären, da es sich um eine Gemäldeausstellung handelte. In dieser hatte es weder Audio- oder Medieninstallationen gegeben, so dass ein Rechteproblem als Ursache ausfällt, was für sie zumindest nachvollziehbar gewesen wäre. Michael weist darauf hin, dass er z.B. ein Verbot für Ausstellungen mit Holocaust-Bezug eher nachvollziehen könne, ansonsten weiss er keinen Grund, warum man das nicht erlauben solle. Audio ist im Museum noch nicht angekommen, so sein Schluss daraus.

Gerade im Audio bieten sich jedoch für Besucher:innen und somit auch Podcaster:innen Freiheiten, die im Visuellen mittlerweile fast überall in den Museen reglementiert sind. Kaum ein Museum kommt ohne Schilder aus, die das Fotografien erlauben oder explizit verbieten. So gut wie nie sind hingegen Audioaufnahme geregelt. Beim Besuch des Medizinhistorischen Museum geriet das Ulrike sogar zum Vorteil: Fotos waren verboten, doch Audio durfte. Michael, der auch Ausstellungen kuratiert, findet Audioaufnahmen von Besucher:innen gut und wüsste nicht, was Ausstellungsseitig dagegen spräche. Der Bereich zur Archäologie im KZ Neuengamme, wie er in seinem Museum in Hamburg-Harburg ausgestellt ist, fordert sogar gerade zu einer Kommentierung und Diskussion heraus.

00:41:57 Michael Merkel: Hafenradio

Michael Merkel selbst podcastet auch, zusammen mit Christoph Haffner. Im gemeinsamen „Hafenradio“ steht die Lust am Austausch mit den Gästen im Vordergrund, unabhängig ob es nun um Archäologie geht, um Museen oder Hamburger Geschichte(n). Museen sind natürlich ein Thema, schliesslich ist er Sammlungsleiter im Archäologischen Museum Hamburg und hat eine Binnenperspektive auf Museen. Damit verbunden sind auch spezielle Kontakte, wie dem ehemaligen Leiter seines Hauses, mit dem schon gepodcastet wurde. Gerade bei Ralf Busch war im Vorfeld nicht abzusehen, wie er mit diesem Format umgehen würde. Daraus wurde jedoch mit „Wie die Skythen nach Hamburg kamen“ eine runde Episode zur Forschungsgeschichte und Ausstellungstechnik. Der Podcast folgt keinem Redaktionsplan, sondern die Episoden ergeben sich, weil Christoph und er gerne mit bestimmten Menschen sprechen wollen (auch ich war hier schon zu Gast).

Mehrere Episoden handeln vom Archäologischen Museum, in dem er arbeitet. Er muss sein Podcasten im Museum somit transparent gemacht haben. Sonst gäbe es ja auch keine Episode mit der freien Social Media Mitarbeiterin des Hauses Katrin Schröder:
Derzeit gibt es nur wenig Museumsangestellte, die selbst podcasten. Einer davon ist Mirko Gutjahr von der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen Anhalt, der als der „Buddler“ die Podcasts „Angegraben“ und „Das geheime Kabinett“ produziert. Die einzigen Episoden mit Museumsbezug sind jedoch die, welche Mirko Gutjahr zusammen mit dem Hafenradio (Rundgang im Archäologiemuseum Hamburg-Harburg) und Exponiert (Besuch um Medizinhistorischen Museum) gemacht hat. Für Michael ist sein Podcast ebenfalls ein Privatprojekt. Gleichzeitig ist diese Online-Kommunikation auch für sein Haus wichtig und er bekommt intern positives Feedback.

Ursprünglich war eine Episode pro Monat geplant, auch wenn das nicht immer gelingt. Vor der Episode recherchieren Christoph und Michael alles zum Gast und stellen das mittels einem Online-Tool kolaborativ zusammen und orientieren sich entlang dieser Information im dann stattfindenden Podcast-Gespräch. Die Aufnahmen sind sowohl als Rundgang möglich, sitzend in einer Gesprächssituation oder auch über Distanzen hinweg mit dem Audiotool Studio Link.

00:50:51 Innovation: Audio on demand

Podcasting kann für Museen interessant sein – doch warum? Michael Merkel und Christoph Haffner haben sich um 2008 stark mit der Entwicklung von Apps für Museen beschäftigt. Damit und mit der technischen Anforderung von „Touch“ sind sie nun durch. Michael ist überzeugt, die nächste Innovation liegt im Bereich „Audio“. Audio wird überall verfügbar sein. Nicht nur das Autoradio wird sich in seiner physischen Form ändern, der ganzen Radioszene steht ein Wandel bevor. Audio will immer mehr „on demand“ gehört werden und muss so verfügbar gemacht werden. In dieses Feld sieht Michael künftig eine Aufgabe: Wissensvermittlung über Audio.

00:53:52 Podcasts als Wissenschaftskommunikation

Künftig wird man auch privat produzierte Podcasting-Formate wie diese hier niedrigschwellig im Autoradio hören können, davon ist Michael überzeugt. Doch ist das Anreiz genug für Museen mit Podcasten zu beginnen? Im Bereich der Wissenschaftskommunikation finden sich jetzt schon einige Beispiele von Institutionen, die selbst Podcasts produzieren, bzw. beauftragen. So gibt es von Holger Klein den „Resonator-Podcast“ der Helmholtz-Gemeinschaft oder von Tim Pritlove den „Forschergeist“  des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Beide Organisationen haben bekannte und reichweitenstarke Podcaster beauftragt, sodass deren Inhalte durchaus Gehör finden.

Mit der Hamburger „EisZeiten-Ausstellung„, die gerade gemeinsam vom Archäologischen Museum und Museum für Völkerkunde gezeigt wird  (und an der während der Aufnahme Michael gerade noch als Kurator voll involviert war) gab es auch vom Museum für Völkerkunde den Wunsch nach einem Podcast begleitend zur Ausstellung. Sie beauftragten in Folge Christoph Haffner offiziell für das Museum zu podcasten. Kurzfristig wird das ein Expert:innen-Podcast sein, indem mit Mitarbeitenden der Ausstellung geredet wird. Langfristig soll da mehr möglich sein: von wissenschaftlichen Gesprächsrunden bis hin zu Episoden mit Kindern – wie ich sie oben mit dem KOMM-Podcast vorgestellt hatte. Die erste Podcasts betrachten kann, die Wissenschaftskommunikation korrumpiere. Vielmehr hat er Sorge, dass lieblose Formate entstehen, denen man ein Effenzienzhandeln anmerke: diverse Audioerzeugnisse, wie schon vorhandene Audioguides oder eingelesene Texte, die dann als „Podcasts“ gelabelt werden. Ulrike zieht die Grenze beim Blick von Innen und Blick von Außen. Kommunikation aus einer Institution heraus ist (mehr oder weniger) von einer bestimmten Sendehaltung gefärbt. Der Blick von Außen, die persönliche Empfehlung und „Mundpropaganda“ durch  „cultural blogging“ wie es diverse Kulturblogs derzeit schon machen, ist für sie eine sinnvolle Form um auf Kultur aufmerksam zu machen.

Wie zu den Podcastenden baut man zu Blogger:innen eine Beziehung auf. Eine solche Empfehlung wiegt viel, denn sie gründet auf Vertrauen. Sie plädiert dafür, dass es die Wissensinstitutionen den Kultur-Podcasts und -Blogs einfacher machen, mit ihnen in Austausch zu kommen, z.B durch Insta-Walks oder Meetups. Auch dieses Konzept ist nicht unkritisch zu sehen, führt es doch u.U. dazu, dass sich die Blogger:innen und Podcaster:innen fragen, was denn nun diese Institutionen von ihnen erwarten (und man Bedenke, dass dieser Praxis in Form von Influencer-Marketing ebeso Käuflichkeit vorgeworfen werden kann). Ulrike ist jedoch überzeugt, statt einer „Hofberichterstattung“ wünschen sich Wissensinstitutionen vielmehr Haltung. Die Kombination von Peergruppen– Kommunikation in Blogs und Podcasts von Außen, in der Menschen authentisch erzählen sowie der interne Blick hinter die Kulissen, wo Expert:innen in den Museen sichtbar werden, die sonst in den Büros und Sammlungsräumen verborgen sind, hier bietet sich Potential zur Wissen(schaft)skommunikation.

01:00:07 Schirn Podcast

Als diese Episode zu Museumspodcasts aufgenommen wurde, gab es aktuell nur einen Museumspodcast, der online sendete: den Schirn-Podcast. Dieser ist in das Webmagazin der Schirn integriert und bietet meist kurze Episoden zu Themen aus dem Wechselausstellungs-Repertoire der Frankfurter Kunsthalle an. Produziert und gesprochen wird der Podcast von Marthe Lisson. Die Episoden waren zur Zeit der Podcast-Aufnahme bei Mixcloud gehostet. . Mixcloud bietet den Vorteil, das Musik im Podcast gespielt werden kann, denn dort hat es einen Lizenz-Deal (allerdings nicht wie im Podcast erwähnt mit der Gema). Es gibt hingegen dadurch keinen Feed, sodass sich die Episoden nicht via Podcatcher abonnieren lassen. Der Podcast lässt sich im Web hören, hierzu eignen sich auch die einbettbaren Mixcloud-Webplayer, die es in unterschiedlichen Größen gibt:

Mittlerweile ist der Kanal umgezogen. Der Schirn-Podcast ist auf Soundcloud zu finden.

01:09:58 Fyyd und Feeds: kuratierter Museumsfeed

Wenn ein Podcast eine mittels RSS-Feed abonnierbare Audiodatei im Internet ist, was sind dann Audiodateien, die man wohl online hören, aber nicht offen abonnieren kann? Audio-Blogs? Webradio? Online-Hörstücke? Ohne Feed ist man zumindest in einer neuen Podcast-Suchmaschine names „Fyyd“ nicht vorhanden. Der Anspruch ist kein geringerer als die deutschsprachige Podcastlandschaft abzubilden, unabhängig davon ob das Podcasts von Rundfunkanstalten sind oder privat produzierte. Aufgebaut wird Fyyd von Christian Bednarek, fast täglich komme neue Funktionen hinzu.

museumsfyydZu diesen Funktionen gehören u.a. Sammlungen und Kurationen. In den Sammlungen kann persönliche Themensammlungen anlegen und in diese Podcasts ablegen (vgl. Museumssammlung bei Fyyd). Die Kurationen ermöglichen es, thematisch Episoden zu einem neuen und wiederum abonnierbaren Themenfeed zusammenzustellen (vgl. Museumsfeed). So muss man nicht 20 Podcasts abonnieren, wenn man sich doch vll. nur für Episoden mit Museumsbezug interessiert.

Alle Podcast-Episoden mit Museumsbezug finden sich entweder in der verlinkten Sammlung oder Kuration, zudem werden diese auch zukünftig ergänzt. Für weitere Tipps ist unten in den Kommentarbereich reichlich Platz. Ich würde mich freuen, wenn es darüber hinaus deutschsprachige Museumspodcasts gäbe, auch wenn ich sie bis jetzt übersehen haben sollte. Es folgen weitere Podcasts mit Museumsbezug:

01:14:24 Kunst & Horst
„Kunst & Horst“ ist ein Podcast zu Kunst, Museen und Theater von Daniela Ishorst. Zur Ausstellung „Angezettelt“ im Deutschen Historischen Museum hat Daniela Ishorst eine Episode gemeinsam mit Ulrike Kretzmer aufgenommen. Bisher lag der Fokus stärker auf Düsseldorf, wie in der Episode zur Ausstellung „Ego Update“ im NRW-Forum (zukünftig wird sich das eher gen Berlin verlagern):

01:21:14 Montags im Museum
Derzeit online nicht verfügbar: daher nur der Verweis zum Index Montags im Museum via Fyyd.de. Der schöne Titel „Montags im Museum“ gehört zu einem Podcast von Tobias Jacoby, alle Episoden waren mehr oder weniger um das Stadtmuseum Trier herum verortet. Der Podcast ruht derzeit, soll aber bald zumindest online wieder verfügbar sein.

01:22:33 Fehlfarben
Beim „Fehlfarben“-Podcast schauen sich drei Menschen in München Ausstellungen an und reden bei Wein dazu (und danach auch über den Wein). Neben Felix und Florian ist Anke Gröner (Zitat: „Königin der Oldschool-Bloggerinnen“) mit von der Partie. Der Podcast pausierte länger, ist aber noch aktiv.

01:22:56 Freizeitforscher
Robert Nixdorf startete diesen Sommer den „Freizeitforscher“. Eine Episode hat er bisher veröffentlicht (dabei ist es bisher geblieben). Sein Fokus sind Technikmuseen und Wissenschaftsausstellungen in Norddeutschland.

01:30:31 Museums(t)raum
Museums(t)raum“ ist eigentlich das Museums- und Kulturblog von Tanja Neumann. Eine kleine Auswahl ihrer Blogbeiträge hat sie zum Nachhören eingelesen und bei Soundcloud veröffentlicht.

01:34:24 Ausklang: Braucht man Museumspodcasts?

Podcasts zur Bildungsarbeit oder zur Wissenschaftskommunikation sind in deutschsprachigen Museen derzeit kein großes Thema. Podcasts haben das Potential zur Wissensvermittlung, Menschen vor das Mikrofon zu bringen und deren Stimmen hörbar zu machen, sie können ein Spiegel von Außen sein. Ulrike bekam von einem Museum das Feedback, der Podcast sei so wertvoll wie eine Umfrage unter Besucher:innen. Ihr Wunsch ist es, dass durch das Podcasten mehr Menschen neugierig werden und in Museen gehen. Gerade die langen Podcast-Formate sind dem Museum angemessen, denn es gibt kaum ein Medienformat, welche das konzentrierte Einlassen auf Inhalte so ermöglicht wie Audio.

Man kann hoffen, dass Museen in Podcasts sinnhaftes erkennen. Ebenso, dass mehr Menschen angeregt durch einen Podcast den Besuch im Museum als sinnhaft wahrnehmen. Brauchen Museen jedoch Podcasts und Podcasts die Museen?

Gibt es zu der Episode noch offene Fragen oder Ergänzungen? Gibt es Museumspodcasts, die wir übersehen haben? Dann schreibt uns in den Kommentaren. Wenn die Episode oder der Podcast Euch gefallen hat, dann könnt Ihr uns mit einer Bewertung oder Rezension bei iTunes eine Freude machen.

Gäste: Ulrike Kretzmer (@dieulrike), Michael Merkel (@michnat_merkel)
Gastgeberin: Tine Nowak (@tinowa)
Technik: Uvo Pauls/Audiohölle
Musik: „The Bottom (instrumental)“ by Josh Woodward (CC BY)
Autom. generiertes Transkript via Wit.ai
In diesem Podcast wurde Ultraschall, Auphonic und Studio Link genutzt. Danke hierfür!

Tine Nowak

Gastgeberin des Kulturkapital-Podcasts. Arbeitet beim Museum für Kommunikation Frankfurt.